Schacht, Darré, Göring, Ley: Versuch einer funktionalistischen Analyse

Voici un texte, non publié, qui a été préparé pour un séminaire à l’Université de Sarre. Le début est reproduit ici, la suite est disponible en PDF.

Seit den siebziger Jahren sind die französischen Historiker „agnostisch1“, das heißt, dass die meisten keine Stellung zu den deutschen Debatten zwischen Funktionalisten und Intentionalisten bezogen haben. Noch im Jahr 2000 wollte zum Beispiel Pierre AYÇOBERRY, in einem Artikel kein Urteil fällen. Er meinte nur, dass die Historiker diese Debatte zu Ende führen müssten 2 . In einem anderen Artikel, auch aus dem Jahr 2000, beschrieb Édouard HUSSON den Historikerstreit und demonstrierte, dass es eine Änderung des Paradigma in der Nazismusforschung gegeben habe, ohne aber genau Stellung zu beziehen 3 . Deswegen ist es für einen französischen Doktoranden nicht einfach, den Funktionalismus oder den
Intentionalismus zu erörtern.

Aber nach einigen Jahren Arbeit über Schacht, war die Verbindung zwischen einer Biographie Schachts und eine funktionalistischen Analyse naheliegend und das aus zwei Gründen. Der erste Grund betrifft das biografische Genre. In seinem Artikel, Die Illusion der Biographie (1986), schrieb der Soziologe BOURDIEU, dass eine Biographie auf dem falschen Postulat eines rückblickenden Zusammenhangs des Lebens einer Person beruht, weil die Biographie die Strukturen, in denen die Person sich bewegt(e), ignoriert 4 . Um diese Gefahr zu meiden, dient gerade ein funktionalistischer Ansatz dazu, die historisch betrachtete Person in einen ausgedehnten Rahmen zu stellen. Der zweite Grund liegt in der günstigen Quellenlage, die uns ermöglicht, den Streit zwischen Schacht und den hohen Mitgliedern der NSDAP gut und detailliert zu verfolgen und daher einen funktionalistischen Ansatz erlaubt.

In meinem Referat, werde ich über die Zeit von Sommer 1935 bis zu Schachts Rücktritt im November 1937 sprechen. Das betrifft zwei Auseinandersetzungen. Der erste Streit ist sehr bekannt und dreht sich um die Macht Görings im deutschen Wirtschaftsleben, als die deutsche Wirtschaft eine sehr ernste Versorgungskrise erlebte. Zu diesem Thema, können Sie zum Beispiel das Buch Autarkiepolitik im Dritten Reich von Dieter PETZINA lesen 5 . Der zweite Streit ist ein bisschen weniger bekannt, und betrifft die Leitung des deutschen Handwerks. Nach der Beschreibung dieser zwei Auseinandersetzungen, werde ich eine funktionalistische Analyse versuchen.

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Bibliographie indicative

Ayçoberry, Pierre. La Société Allemande Sous Le IIIe Reich : 1933-1945. 1998. Print.
Petzina, Dietmar. Autarkiepolitik Im Dritten Reich. Der Nationalsozialistische Vierjahresplan. dva, 1968. Print.
Murawiec, Laurent. “Le Mémorandum Sur Les Tâches D’un Plan De Quatre Ans d'Adolf Hitler.” Vingtième Siècle 62 (1999): 85–105. Print.
Maser, Werner. Hermann Göring. Hitlers Janusköpfiger Paladin. Die Politische Biographie. Quintessenz Verlag, 2000. Print.
Martens, Stefan. Hermann Göring. “Erster Paladin Des Führers” Und “Zweiter Mann Im Reich”. Schöningh, 1985. Print.
Kershaw, Ian. Qu’est-ce Que Le Nazisme? Problèmes Et Perspectives D'interprétation. Folio Histoire, 1997. Print.
Husson, Édouard. “La Recherche Scientifique Sur Le National-socialisme Dans Les Deux Dernières Décennies: Un «changement De Paradigme».” Revue d’Allemagne et des pays de langue allemande 32.3 (2000): 451–466. Print.
Broszat, Martin. Der Staat Hitlers. Grundlegung Und Entwicklung Seiner Inneren Verfassung. Deutscher Taschenbuch Verlag, 2000. Print.
Bourdieu, Pierre. “L’illusion Biographique.” Actes de la recherche en sciences sociales 62-63.62-63 (1986): 69–72. Print.
Kershaw, Ian, ed. Der NS-Staat : Geschichtsinterpretationen Und Kontroversen Im Überblick. Reinbek bei Hamburg: Rowolt, 1989. Print.

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